Zwölf Arbeitsschritte sind nötig, um aus dem Rohmaterial einen formvollendeten Hut entstehen zu lassen.

Am Ausgangspunkt eines Hutes steht der „Stumpen“, ein kegelförmiger Rohling mit abgerundeter Spitze. Er besteht entweder aus Haarfilzen von Kaninchen- oder Hasenhaaren, oder aus Wollfilzen, beispielsweise aus Kaschmir oder aus Wolle von der Tibetziege.

Im ersten Fertigungsschritt muss der Stumpen gesteift werden. Dazu wird er in einer „Steifeflüssigkeit“ eingeweicht und anschließend durch eine Rollwalze, die sogenannte „Mangel“, gedreht (daher stammt auch der Begriff, „jemanden in die Mangel nehmen“).

Anschließend geht es unter die Dampfglocke. In der Hutmanufaktur Ullmann ist dabei noch eine alte, schwere Kupferglocke im Einsatz. Durch den Dampf wird das Material dehnbar gemacht, um den Stulpen nachher leichter formen zu können. Das Formen geschieht, indem das bedampfe Material über Hutformen aus Holz oder Aluminium per Hand gezogen wird. Ist die gewünschte Endform erreicht, wird am Übergang zwischen Kopf- und Randteil ein Formband gelegt und festgezogen.

Bevor es in den Trockenkasten geht, gilt es, das Material noch intensiv zu bügeln und zu bürsten. Nach einer Trockenzeit von etwa vier Stunden folgen das Pressen, ein weiteres Bügeln, das Schleifen und das Einledern.

Danach kann „ausgefertigt“ werden. Darunter ist die Arbeit am Detail gemeint, etwa das Anbringen von Bändern, Schnüren, Federn oder Borten. Im Falle eines Damenhutes sprechen die Hutmacher vom „Garnieren“, bei Herrenhüten vom „Staffieren“.

Abschließend erfolgt die Endkontrolle.